Nahaufnahme eines modernen Zählerschranks mit Ladekabel im Vordergrund, Hand deutet auf einen Fehlerstromschutzschalter

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Ladestation-Absicherung: Fehlerstromschutzschalter Typ A oder Typ B?


Im Ladestation-Angebot steht eine Position, die fast niemand liest — und die als einzige darüber entscheidet, ob Ihre Anlage einen Fehler wegsteckt oder zum ernsten Problem wird. Es ist nicht die schicke Box an der Garagenwand und nicht die App auf dem Handy. Es ist der Schutz, der versteckt im Verteiler sitzt. Wer ihn streicht, um hundert Euro zu sparen, spielt mit zwei Dingen, die keine Fehler verzeihen: einem Stromschlag und einem Brand. Das entscheidende Bauteil hat einen Namen: ein FI-Schutzschalter Typ A mit zusätzlicher Gleichfehlerstrom-Erkennung von 6 mA (RCD-DD) — oder ein Typ B — und ihn wegzulassen ist die teuerste Abkürzung überhaupt.

Dieses Detail mit dem Gleichstrom ist genau das, was eine normale Hausinstallation von einer trennt, die zum Laden eines Autos taugt. Schauen wir es uns ohne zu viel Fachchinesisch an, mit den Zahlen auf dem Tisch.

Warum eine Ladestation keine gewöhnliche Steckdose ist

Ein klassischer FI-Schutzschalter — der, der auslöst, wenn ein Kind die Finger dorthin steckt, wo es nicht soll — ist für Fehlerströme im Wechselstrom gemacht. Das Problem: Die Fahrzeugelektronik kann bei einem Defekt einen Fehlerstrom im Gleichstrom erzeugen. Und ein Gleichstrom von nur 6 mA „blendet“ den herkömmlichen FI: Er sättigt ihn magnetisch, und der schützt dann nicht mehr. Als würde man einen Rauchmelder zustopfen.

Das Laden eines Elektroautos verlangt deshalb, auch diesen Gleichfehlerstrom zu erkennen. Und hier taucht die Entscheidung auf, die sich unbemerkt in die Rechnung schleicht.

Die zwei Wege — und der, der Ihnen Geld spart

Sie haben technisch saubere Wege, diesen Gleichfehlerstrom abzudecken. Ich stelle sie in eine Tabelle, denn der Preisunterschied ist genau das, was vor der Unterschrift keiner erklärt. Achten Sie auf die letzte Spalte: Die falsche Wahl kann 200 bis 300 € mehr kosten.

Variante Was sie schützt Richtpreis des Moduls Anmerkung
Typ A + RCD-DD (6 mA) AC + DC-Fehlerstrom bis 6 mA 80-150 € für FI + Modul, oder inklusive, wenn die Ladestation es integriert Die empfohlene und günstigste Kombination
FI-Schutzschalter Typ B AC + DC vollständig 250-400 € Teurer; nur in bestimmten Fällen nötig
Typ A + Ladestation mit integrierter DC-Erkennung AC + DC (das Modul steckt im Ladegerät) 0 € extra im Verteiler Direkte Ersparnis von ~200-300 €

Ladestation der Mittelklasse an der Garagenwand neben einem offenen Verteiler, sauber verlegtes Kabel, warmes Nachmittagslicht

Die Lesart ist einfach: Viele Ladegeräte der Mittelklasse haben die 6-mA-Erkennung bereits integriert. Kaufen Sie so eines, brauchen Sie weder den teuren Typ B noch ein separates Modul, und der Elektriker setzt nur einen normalen Typ A. Diese Frage vor dem Kauf der Ladestation zu stellen, ist bares Geld. Ich habe Angebote mit einem 300-€-Typ-B für einen Ladepunkt gesehen, der die 6-mA-Erkennung schon ab Werk hatte: Da wurde derselbe Schutz zweimal bezahlt.

Der Rest des Verteilers: was zum FI dazugehört

Der Fehlerstromschutz ist der Star, arbeitet aber nicht allein. Ein sauber ausgeführter Ladepunkt nach den VDE-Regeln umfasst:

  • Einen Leitungsschutzschalter Charakteristik C, ausgelegt auf den Ladestrom (typisch 32 A bei 7,4 kW einphasig). Er schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss. Die C-Charakteristik hält den Anlaufstrom aus, ohne grundlos zu fliegen.
  • Einen eigenen Stromkreis. Die Ladestation teilt ihre Leitung mit nichts anderem: eigene Zuleitung vom Verteiler bis zum Ladepunkt. Den Ladepunkt an die Waschmaschinensteckdose zu hängen, ist der Anfängerfehler, der Leitungen am stärksten heiß laufen lässt.
  • Einen Überspannungsschutz (SPD). In Deutschland ist der Überspannungsschutz für neue Anlagen seit Oktober 2022 ohnehin verpflichtend. Eine Überspannung durch Gewitter oder eine Netzschaltung kann die Elektronik der Ladestation — und des angesteckten Autos — grillen. Gemessen an den Kosten für ein neues fahrzeuginternes Ladegerät ist er eine der besten Versicherungen.

Eine Anmerkung von jemandem, der viele Verteiler geöffnet hat: Am falschen Ende gespart wird beim Leitungsquerschnitt. Sitzt der Ladepunkt dreißig Meter vom Verteiler entfernt und der Elektriker zieht eine knappe Leitung, bremst der Spannungsfall das Laden und heizt die Leitung auf. Lieber eine Nummer größer als zu knapp; das Kupfer zahlt man einmal, das Problem ein Leben lang.

Hände arbeiten in einem Verteilerkasten und ziehen einen Schutzschalter fest, Werkzeug liegt auf einer Holzfläche daneben

Die Fehler, die teuer werden

Nach genug Installationen wiederholen sich dieselben Fehler:

  1. Den Haupt-FI des Hauses mitbenutzen. Die Ladestation braucht ihren eigenen FI. Teilt sie sich den Haupt-FI, lässt jeder dumme Fehlerstrom des Kühlschranks das Auto morgens ungeladen stehen — und schlimmer: Es vermischt Schutzeinrichtungen, die getrennt sein sollten.
  2. Einen Typ B zahlen, den man nicht braucht. Haben wir gesehen. Prüfen Sie, ob die Ladestation die 6-mA-DC-Erkennung integriert, bevor Sie einen Typ B im Angebot akzeptieren.
  3. Den Überspannungsschutz vergessen. In Deutschland ist er ohnehin Pflicht — und die Versicherung, die niemand vermisst, bis das Gewitter ein Auto kostet.
  4. Ohne eingetragenen Elektrofachbetrieb anschließen. Nur ein eingetragener Elektrofachbetrieb darf die Ladestation anschließen; bis 11 kW ist sie anmeldepflichtig, darüber genehmigungspflichtig. Ohne diesen Weg zahlt im Schadensfall keine Versicherung, und die fachgerechte Ausführung ist nicht garantiert.

Wenn Sie noch beim Gerät schwanken, gleichen Sie das mit welche Ladestation für zu Hause passt ab, denn das gewählte Modell entscheidet, welche Schutzeinrichtungen Sie sich sparen. Und weil diese Posten im Gesamtpreis wiegen, rechnen Sie mit den echten Kosten einer Ladestation-Installation sauber durch.

Wann der Typ B wirklich Sinn ergibt

Gehen Sie nicht mit dem Eindruck, der Typ B sei Abzocke. Ist er nicht. Manche Ladegeräte — vor allem dreiphasige mit gewisser Leistung und einige Industriegeräte — verlangen laut Hersteller einen Typ B, weil die Topologie ihrer Elektronik Gleichfehlerströme über 6 mA erzeugen kann. Dann ist der Typ B richtig, und ihn zu sparen wäre der umgekehrte Fehler.

Die Faustregel: Halten Sie sich an das Datenblatt des Herstellers der Ladestation. Verlangt er Typ B, dann Typ B. Verlangt er ihn nicht und hat die 6-mA-Erkennung integriert, reicht ein Typ A. Die gewählte Leistung spielt hier mit hinein — schwanken Sie zwischen einphasig und dreiphasig, lesen Sie welche Leistung Sie wirklich brauchen, bevor Sie etwas festzurren.

Häufige Fragen

Reicht der FI, den ich schon im Verteiler habe?

Für die Ladestation fast sicher nicht. Der Haupt-FI der Wohnung ist meist ein Standard-Typ-A oder -AC ohne Gleichfehlerstrom-Erkennung. Der Ladepunkt braucht seinen eigenen FI mit Schutz gegen DC-Fehlerströme von 6 mA (oder einen Typ B) — oder eine Ladestation, die diese Funktion integriert. Den Haupt-FI mitzubenutzen ist keine sichere Option.

Wie viel kosten die Schutzeinrichtungen der Ladestation zusätzlich?

Integriert die Ladestation die 6-mA-Erkennung, ist der Mehraufwand im Verteiler nur ein Typ-A-FI, ein Leitungsschutzschalter und der ohnehin vorgeschriebene Überspannungsschutz: rund 120 bis 250 € Material. Zwingt man Sie zum Typ B, kommen 200 bis 300 € dazu. Deshalb lohnt sich die richtige Wahl der Ladestation.

Ist der Überspannungsschutz Pflicht?

In Deutschland ja: Für neue Anlagen ist der Überspannungsschutz seit Oktober 2022 verpflichtend. Er schützt die Elektronik von Ladestation und Auto vor Spannungsspitzen — und kostet wenig im Vergleich zum Austausch des fahrzeuginternen Ladegeräts.

Darf ich Ladestation und Absicherung selbst installieren?

Nein. Der Anschluss darf nur durch einen eingetragenen Elektrofachbetrieb erfolgen, der die Schutzeinrichtungen auslegt. Bis 11 kW ist die Ladestation beim Netzbetreiber anmeldepflichtig, darüber genehmigungspflichtig. Ohne diesen Weg zahlt im Schadensfall keine Versicherung.

Und wenn die Ladestation schon Schutzeinrichtungen mitbringt?

Viele Ladegeräte integrieren die 6-mA-Gleichfehlerstrom-Erkennung, manche sogar einen Fehlerstromschutz. Das vereinfacht und verbilligt den Verteiler, weil der Typ B entfällt. Trotzdem brauchen Sie weiterhin den Leitungsschutzschalter und den eigenen Stromkreis im Verteiler: Die Ladestation ersetzt nicht alles, sie ergänzt.